ESF- Berufsintegrationsjahr

Das kooperative Berufsintegrationsjahr richtet sich an berufsschulpflichtige Jugendliche mit erheblichen Sprachdefiziten, die (noch) nicht voll ausbildungsreif und in der Regel ohne Mittelschulabschluss sind und deshalb keinen Ausbildungsplatz finden konnten.

Durch die Vermittlung berufsfeldbezogener, fachtheoretischer Kenntnisse in der Berufsschule, einer gezielten Sprachförderung, einem hohen Anteil betrieblicher Praxis sowie eine sozialpädagogische Betreuung soll bei den Jugendlichen die Ausbildungsreife verbessert werden und sollen diese Jugendliche in eine Berufsausbildung hilfsweise zumindest in eine dauerhafte Beschäftigung geführt werden. Teilnehmer ohne Mittelschulschulabschluss erhalten die Möglichkeit, diesen nachzuholen.

 

Der Landkreis Schwandorf beteiligt sich mit der Berufsschule Schwandorf am Kooperativen Berufsintegrationsjahr.(Praxiszug)

Die Berufsvorbereitungsmaßnahmen enthalten aufeinander abgestimmte Elemente der betrieblichen Praxis, der allgemeinen sowie der berufsvorbereitenden schulischen Qualifizierung, der Sprachförderung und der sozialpädagogischen Betreuung. Damit sollen die Chancen auf eine dauerhafte Integration in Ausbildung oder Beschäftigung verbessert werden.

 

Für das Schuljahr 2016/2017 wird ein externer Kooperationspartner für die sozialpädagogische Unterstützung mit folgenden Voraussetzungen gesucht:

 

           

§  Aufgabe der fachpraktischen Ausbildung ist es, über praktisches Arbeiten Grundkenntnisse und –fertigkeiten, aber auch berufs- bzw. berufsbereichsbezogene fachliche, sprachliche sowie soziale Kompetenz zu vermitteln.      

§  Sozialpädagogische Betreuung während der fachpraktischen Ausbildung (einschl. der Praktika) bzw. nach Absprache der Berufsschule während der berufsvorbereitenden Qualifizierung an der Berufsschule.

 

 

 

§  Spezielle sozialpädagogische Unterstützung bei der Vorbereitung Jugendlicher ohne Ausbildungsplatz zur Vermittlung in Praktikumsstellen nach folgenden Kriterien:      

 

 

 

Durchführung eines konfrontativ-sozial angelegten Deeskalationstrainings

 

(Coolnesstraining ©)

 

 

 

Es zielt darauf ab, aggressive Handlungen zu reduzieren bzw. erst gar nicht aufkommen zu lassen. Das Deeskalationstraining wendet sich dabei jedoch nicht nur an die gewaltbereiten Kinder und Jugendlichen, sondern auch an deren Opfer, die vermeintlich unbeteiligten Zuschauer sowie die Schule als Institution. 

 

Unter Berücksichtigung dieses Handlungsvierecks aus Täter – Opfer – Zuschauer (Klasse) – Schule werden gewaltfördernde Einstellungen reflektiert, Ursachen, Auslöser und Gelegenheiten aggressiver Handlungen analysiert, neue, sozial kompetente Verhaltensalternativen entwickelt und in Rollenspielen und Kommunikationstraining eingeübt. Um gewaltbereite und gewalttätige Jugendliche für ihr Tun zu sensibilisieren, findet eine konsequente, jedoch wohlwollende Konfrontation der Täter statt. Die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel und zur Empathie wird gefördert, was den Spaß am Terrorisieren anderer verdirbt und die Rechtfertigung der eigenen Gewaltausübung erschwert. 
Dabei wird klar differenziert zwischen der Person, der mit Akzeptanz und Wertschätzung begegnet wird und ihren nicht tolerierbaren Grenzüberschreitungen.

 

 

 

Auch die Opfer und insbesondere die sog. Zuschauer werden dabei unterstützt, das eigene Verhalten und die Konsequenzen ihres (Er)Duldens genauer zu betrachten. Sie werden ermutigt, aggressiven Handlungen Widerstand entgegenzusetzen. So fördert das Training letztlich eine Kultur des Hinschauens, der friedfertigen Einmischung und des fairen Miteinanders.

 

 

 

Zudem richtet sich das Training an die Lehrkräfte, sich neue Zugänge zu den Schülern und ihren Klasse zu erschließen.

 

Die Teilnahme der Pädagogen und die Bereitschaft zur dauerhaften Begleitung der neuen Prozesse ist ebenso wie eine Mindestmotivation der Schüler Grundvoraussetzung für die Durchführung des Coolnesstrainings.

 

 

 

Ziele

 

 

 

·         Akzeptanz von Regeln und Normen in der Klasse.

 

·         Wahrnehmung eigener aggressiver Gefühle und der damit verbundenen körperlichen Empfindungen.

 

·         Erkennen persönlicher Stärken und Schwächen.

 

·         Reflexion von Rollenverhalten, Rollenzuweisungen und Rollenerwartungen, Fähigkeit zur Rollendistanz.

 

·         Entwicklung von Interesse an gemeinsamen Zielen und gegenseitiger Akzeptanz.

 

·         Erhöhung der Frustrationstoleranz und der Selbstwirksamkeitserwartung.

 

·         Verbesserung sozialer Kompetenzen und Förderung deeskalierenden Verhaltens in Konfliktsituationen.

 

·         Stärkung der Opfer, Sensibilisierung der Täter und Stärkung der peergroup für schwierige Situationen.

 

·         Verfestigung eines zivilisatorischen Standards der Friedfertigkeit.

 

Mit dem Erwerb dieser Kompetenzen verbindet sich das übergeordnete Ziel, die Aus-bildungsfähigkeit der Jugendlichen zu fördern.

 

 

 

Methoden:

 

 

 

Methodisch basiert das konfrontativ-soziale Deeskalationstraining auf einem lerntheoretischen und kognitiven Ansatz: Insbesondere kommen Techniken aus der Gesprächsführung, Rollenspiele, interaktionspädagogische Übungen sowie Visualisierungs– und Deeskalationstechniken zum Einsatz. Im Mittelpunkt jeden Trainings steht jedoch die Konfrontation nach dem Leitsatz: „Niemand hat das Recht, den anderen zu beleidigen, zu verletzen oder auszugrenzen. Geschieht dies dennoch, erfolgt Konfrontation!“ (vgl. Gall 2000).  

 

§  Bei Bedarf gezielte Unterstützung der Jugendlichen um insbesondere soziale Kompetenz zu erwerben bzw. diese zu stärken und Probleme angemessen zu bewältigen.

 

§  Vermittlung in betriebliche Praktika mit einer Gesamtdauer von 10 Wochen. Sozialpädagogische Betreuung ist auch während dieses Zeitraumes sicherzustellen.

 

§  Eine sozialpädagogische Fachkraft beschreibt in einem qualitativen Verlaufsprotokoll den Maßnahmeprozess jedes einzelnen Teilnehmers und erörtert es in regelmäßigen Abständen mit dem Jugendlichen, den Lehrkräften der Berufsschule und den außerschulischen Betreuern.   

 

§  Eine flexible zeitliche Organisation des schulischen und betriebspraktischen Teils (z.B. gemischter Tagesrhythmus mit Schul- und Praxisanteilen) ist möglich.

 

§  Nachweisliche Vermittlungsbemühungen in dauerhafte Beschäftigung oder in eine Berufsausbildung ggf. während oder nach Beendigung der Maßnahme.

 

§  Enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit der beteiligten Berufsschule.

 

§  Schulischer Unterricht und die betrieblichen Praxisteile sind aufeinander abzustimmen.

 

§  für den Verwendungsnachweis im Rahmen der Förderrichtlinien ist eine gegliederte Kostenaufstellung (Personalkosten, Sachkosten, Verwaltungskosten usw.) als Kalkulationsnachweis vorzulegen, für den Personaleinsatz ist die Anzahl der geleisteten Stunden nachzuweisen und bei der Erstellung des Sachberichtes mitzuwirken.

 

§  An Maßnahmen der Begleitung, Bewertung, Monitoring und Evaluierung ist mitzuwirken und die erforderlichen Unterlagen sind bereitzustellen.

 

 

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